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Die Autos des Jahres: Der neue Mercedes-Benz GLE!

Freitag, 27. März 2015

Nach dem GLE Coupé stellt Mercedes-Benz nun das Facelift des ML vor, den neuen GLE. Er feiert seine Weltpremiere zusammen mit den AMG-Varianten GLE 63 4MATIC und 63 S 4MATIC auf der New York Autoshow 2015 (NYIAS) und steht im September 2015 beim Händler.mercedes-benz-gle-mercedes-amg-gle-18

Neben dem neuen Namen haben die Stuttgarter beim Exterieur auch ein paar Veränderungen vorgenommen. Sowohl die Front- als auch die Heckpartie wurden überarbeitet. Die neuen Scheinwerfer bekommt man optional mit LED Intelligent Light System, außerdem gibt es neue LED-Heckleuchten und neue Alu-Räder. Die Länge des GLE liegt bei 4,82 m, die Breite bei 1,94 m und die Höhe bei 1,84 m. Der Radstand beträgt 3,08 m.

Im Innenraum bekommt man jetzt unter anderem ein neues 8“-Display zwischen den Lüftungsdüsen teilintegriert. In der Mittelkonsole befindet sich der COMAND Controller mit dem optionalen Touchpad. Vier neue Ausstattungsfarben und vier verschiedene Hölzer, Alu-, Carbon- oder schwarze Klavierlack-Dekoreinlagen und schwarze Interieur-Elemente lassen sich nach Wunsch kombinieren. Bin ich eigentlich der einzige, der dieses Radio-Bedienfeld “billig” findet? Alles andere sieht so gut aus, aber das 10er Feld und die Tasten da herum?

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Bei den Motorvarianten kann man aus fünf verschiedenen Aggregaten mit vier, sechs oder acht Zylindern auswählen und ganz neu dabei ist auch ein Plug-in-Hybridantrieb. Geladen wird hier übrigens über die hintere Stoßstange, darauf muss man achten, denn wer weiß ob die Ladekabel so lang sind, ob man zukünftig nicht rückwärts einparken muss (kann der Benz auch) oder oder oder.

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Der GLE 500 e 4MATIC ist ein Mix aus Stromer und Benziner und leistet insgesamt 442 PS und hat ein Drehmoment von 650 Newtonmeter. Zu den Antriebskomponenten gehört ein BlueDIRECT-V6-Benzinmotor mit 333 PS sowie ein Hybridmodul mit 116 PS. Die aus der S-Klasse bekannten Fahrmodi sind CHARGE (Batterie wird geladen), E-SAVE (Ladezustand der Batterie wird gehalten), E-MODE (rein elektrisches Fahren) sowie HYBRID (Systemsteuerung wählt die sinnvollste Antriebsart), geschaltet wird mittels der 7G-TRONIC PLUS Automatik, in das der E-Motor komplett integriert ist. Der GLE 500e 4MATIC soll 3,3 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen und 78 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. 130 km/h schnell kann man rein elektrisch fahren. Theoretisch werden 16,7 kWh auf 100 Kilometer verbraucht, was eine rein elektrische Reichweite von 30 Kilometer ergibt. In etwa zwei Stunden kann man die 8,8 kWh-Batterie an einer Ladestation, 230 Volt Steckdose oder der heimischen Wallbox wieder aufladen. Warum die 30 Kilometer? Weil man als Hersteller den Wert erreichen muss, um sich die Verbrauchswerte schön rechnen zu dürfen, denn sonst würde ein V6 Benziner zwar vom Hubraum, aber nicht vom Verbrauch auf die 3,3 Liter kommen und machen wir uns nichts vor, ist der Akku leer, dann geht der Verbrauch auch schnell in die Höhe.

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Die Top-Motorisierung der Baureihe kommt wie gehabt von AMG. Im Mercedes-AMG GLE 63 4MATIC leistet der 5,5-Liter-V8-Biturbomotor 557 PS, beim noch stärkeren S-Modell sind es 585 PS. Der durchschnittlicher Verbrauch soll bei 11,8 Litern auf 100 Kilometer liegen, der Co2-Ausstoß bei 278 Gramm pro Kilometer. Wer es glaubt wird selig, das denkt sich übrigens auch Moritz Nolte. Das maximale Drehmoment von 700 bzw. 760 Nm soll ab 1.750 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung stehen und den Mercedes-AMG GLE 63 4MATIC in 4,3 Sekunden und den GLE 63 S in 4,2 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Die Spitzengeschwindigkeit ist auf 250 km/h begrenzt, kann aber mit dem optionalen AMG Drivers Package auf 280 km/h angehoben werden.

Das charakteristische AMG-Gesicht zeigt den „A-Wing“ in der Frontschürze und den Twinblade-Kühlergrill mit dem zentralen Stern. Radlaufverbreiterungen bieten Platz für die großen 20“-Räder in titangrau. In der Heckschürze befindet sich ein schwarzer Diffusoreinsatz mit schwarzer Zierleiste in Form des vorderen „A-Wings“, außerdem die spezielle Abgasanlage mit zwei verchromten Doppelendrohren und AMG Schriftzug. Auch das Interieur ist AMG-typisch gestaltet mit dem unten abgeflachten Performance-Lenkrad mit silbernen Aluminium-Schaltpaddles, diversen AMG-Plaketten, Ziffernblättern in Carbon-Optik mit 320-km/h-Tachoskala, AMG Schriftzug und roten Zeigern sowie das Hauptmenü inklusive RACETIMER, manueller Ganganzeige und AMG Start-up-Bildschirm.

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Racetimer? Im GLE? Wer fährt denn mit so einem 2 Komma irgendwas Geschoss auf die Rennstrecke? Wer kauft sich so ein Fahrzeug? Unter uns? Ich vermutlich nicht, nicht einmal wenn ich das Geld hätte. Aber vergleichen wir das ganze doch mal mit dem Apple Hype. Man bezahlt viel Geld auch für die Marke und das Image, das gilt auch für Tupperware oder den Thermomix. Der Thermomix TM5 kostet so viel wie ein Gebrauchtwagen und hat 12-14 Wochen Lieferzeit. Es gibt zahlreiche andere, günstigere, Produkte die das Gleiche können – aber die sind nicht so geil. Das ist leider so, also Menschen die sich einen Thermomix kaufen, die ihre Sachen in Tupperware einfrieren und zu Hause Apple Geräte haben wegen der Haptik und der Optik, die kaufen sich auch einen 585 PS starken SUV. Weil sie es können, weil sie es wollen und weil sie es glücklich macht. Das passende Kennzeichen? Irgendwas mit einer 63 als Nummer und am Kennzeichen, da kann man ja sparen – ihr wisst ja wo man günstige Kennzeichen bestellt ;). Ehrlich? Ich bin kein SUV-Typ! Ehrlich nicht! Aber ein 585 PS starkes Geschoss, welches mich innerhalb von 4,2 Sekunden auf Tempo 100 befördert, finde ich dann schon irgendwie heiß. Die Lüftungseinlässe so groß wie Scheunentore, der Innenraum wie ein Sportwagen und unter der Haube ein V8! Hach! Heiß auf weiß! Denn genau so würde ich ihn nehmen: Weißer Lack, schwarze Felgen, Chrom-Endrohre…

Zusätzlich sind noch zwei weitere Benziner zu haben, der GLE 400 4MATIC mit 333 PS und 480 Nm Drehmoment sowie der GLE 500 4MATIC mit 435 PS und 700 Nm Drehmoment. Der V6-Biturbo verbraucht 8.8 Liter auf 100 km, der V8-Biturbo soll 11 Liter verbrauchen. Die Emissionen liegen bei 209 bzw. 258 Gramm pro Kilometer. Geschaltet wird per 7G TRONIC Automatikgetriebe. Der 6-Zylinder rollt auf 18“- und der 8-Zylinder auf 19“-Rädern.

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Der effizienteste Diesel ist der GLE 250 d mit Heckantrieb und 204 PS und 480 Nm Drehmoment. Man bekommt ihn aber auch als 4MATIC mit 500 Nm Drehmoment. Der Verbrauch liegt bei 5,4 Litern auf 100 Kilometer ohne Allrad und 5,7 Litern mit Allrad. Die Emissionen liegen bei 140 bzw. 149 Gramm pro Kilometer. Zuletzt gibt es noch den GLE 350 d 4MATIC mit V6-Dieselmotor mit 258 PS und 620 Nm Drehmoment. Sein Verbrauch liegt bei 6,4 Litern auf 100 Kilometer und die Emissionen bei 169 Gramm pro Kilometer. Die Dieselvarianten erhalten das neunstufige Automatikgetriebe 9G-TRONIC.

Der neue Mercedes-Benz GLE bietet in der Fahrdynamikregelung DYNAMIC SELECT bis zu sechs Fahrprogramme. Neben den Einstellungen INDIVIDUAL, COMFORT, GLÄTTE und SPORT kann der Fahrer bei den 4MATIC-Modellen zusätzlich OFFROAD für leichtes Gelände anwählen. Ist das GLE-Modell mit dem optionalen Offroad-Technik-Paket ausgestattet, steht OFFROAD+ mit Geländeuntersetzung und einer hundertprozentigen Mittendifferentialsperre zur Verfügung. Unterstützend wirken hier auch die erweiterten Funktionsumfänge der Luftfederung AIRMATIC mit erhöhten Fahrniveaus bis zu einer Bodenfreiheit von 285 Millimeter und einer Watttiefe von 600 Millimeter.

Der GLE mit 4MATIC verfügt über eine gleichmäßige Momentenverteilung von 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse. Beim permanenten Allradantrieb AMG Performance 4MATIC setzt Mercedes-AMG beim GLE 63 und GLE 63 S ein eigenständiges Verteilergetriebe ein, war eine Verteilung von 40:60 auf Vorder- und Hinterachse und so mehr Kurvendynamik ermöglicht.

Serienmäßig bieten alle Modelle mit Vier- und Sechszylindermotoren das AGILITY CONTROL-Stahlfederfahrwerk, auf Wunsch ist das AIRMATIC-Paket mit ADS lieferbar. Eine elektromechanische Direktlenkung ist bei allen Modellen serienmäßig. Das AMG RIDE CONTROL Sportfahrwerk mit AIRMATIC Paket umfasst sowohl die Luftfederung mit automatischer Niveauregulierung als auch spezielle Federbeine, die als AMG-exklusive Lösung mit der stufenlosen, variablen Dämpferkennung ADS Plus verfeinert wurden. Die aktive Wankstabilisierung ACTIVE CURVE SYSTEM ist auch Serie.

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Die Serienausstattung des neuen GLE basiert auf dem Vorgängermodell, angereichert mit neuen Assistenzsystemen wie dem Seitenwindassistent oder dem COLLISION PREVENTION ASSIST PLUS. Zur Serienausstattung gehören auch die ECO Start-Stopp-Funktion, der DYNAMIC SELECT-Controller in der Mittelkonsole, das überarbeitete Multifunktionslenkrad sowie das Infotainmentsystem Audio 20 CD mit 7 Zoll-Display. Dieses serienmäßige Ausstattungsniveau kann mit Fahrassistenz-, Komfort-, Park- und Ausstattungspaketen für Exterieur und Interieur weiter aufgewertet werden.

Auf Wunsch erhältlich ist das COMAND Online-System der neuesten Generation mit 20,3 cm (8 Zoll) Display und intuitivem Touchpad, optional zu ergänzen mit dem 6-fach DVD-Wechsler, dem Fond-Entertainment mit Fernbedienung oder einem TV-Tuner. Des weiteren bekommt man Soundsysteme von Harman Kardon oder Bang & Olufsen. Über Mercedes CONNECT ME lassen sich zum Beispiel Verkehrsdaten über das Mobilfunknetz wie auch über eine Internetverbindung abrufen.

Was ist geblieben? Der ML, Verzeihung der GLE bleibt ein Zugfahrzeug: Mit der neuen vollelektrisch ein- und ausfahrbaren Anhängevorrichtung kann man gebremst bis zu 3500 Kilogramm ziehen. Ob der Preis auch anziehend ist? Das vermag ich derzeitig noch nicht zu beurteilen. Ich schätze ja, dass mindestens 60.000 Euro den Besitzer wechseln müssen, bei der AMG Version liegen wir vermutlich bei über 100.000 Euro, denn schließlich will man sich ja auch noch was gönnen. Ab Spätsommer geht es los, den GLE sehen wir aber schon vorher, denn aktuell fährt er zur NYIAS 2015 nach New York und unter dem Hashtag #MBRT15 kann man ihn bestimmt schon sehen. Ich blicke übrigens in die Glaskugel: 2018 wird der GLE 500 e mindestens 40 km weit kommen, also rein elektrisch, denn schließlich verlangt das die ECE Norm ;)

Weitere Informationen:

rad-ab.com / MobileGeeks.de / Automobil-Blog / Voice-over-Cars / MBPassion / Drive-Blog

Fotos: © Mercedes-Benz / Mercedes-AMG 2015